Funktionaler Analphabetismus

In einem Land mit allgemeiner Schulpflicht wird die Fähigkeit, Lesen und Schreiben zu können, als selbstverständlich vorausgesetzt, trotzdem leben in Deutschland erwachsene Menschen mit ernstzunehmenden Problemen im Umgang mit Texten. Dies bedeutet für die Betroffenen nur eingeschränkt am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können und begrenzt ihre individuellen Handlungsspielräume ein. In unserer modernen Informationsgesellschaft steigen die Anforderungen an die Beherrschung der Schriftsprache stetig, weshalb Menschen, die aufgrund ihrer unzureichenden Schriftkompetenzen diesen nicht gerecht werden können, als funktionale Analphabeten gelten.

Das Ausmaß der Problematik wurde 2011 in der leo.-Level-One Studie zur Literalität von Erwachsenen auf den unteren Kompetenzniveaus eindrücklich beschrieben. Dort wird herausgestellt, dass mehr als 14 Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung Deutschlands im Alter von 18 bis 64 Jahren nicht gut genug lesen können, um selbst kurze Texte zu verstehen. Von diesen 7,5 Mio. Betroffenen gaben wiederum 57 Prozent an erwerbstätig zu sein und bilden somit die Zielgruppe des Projekts MENTO.